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ABB Automation Extended: Industrielle Modernisierung neu definiert – ohne Unterbrechungen

ABB Automation Extended: Redefining Industrial Modernisation Without Disruption

Balance zwischen Modernisierung und Betriebskontinuität

In groß angelegten industriellen Umgebungen ist Modernisierung selten eine Frage des Ob, sondern vielmehr des Wie. ABB hat eine Herausforderung hervorgehoben, die vielen Automatisierungsingenieuren gut bekannt ist: komplexe Produktionssysteme aufzurüsten, ohne den täglichen Betrieb zu unterbrechen. In Branchen, die kritische Ressourcen liefern, ist Ausfallzeit schlichtweg keine Option.

Aus meiner Erfahrung ist das größte Hindernis nicht die Technologie selbst, sondern der Mangel an architektonischer Flexibilität in veralteten Automatisierungssystemen. Hier wird ABBs neueste Ausrichtung besonders relevant.

Warum traditionelle DCS-Upgrades nicht ausreichen

Konventionelle verteilte Steuerungssysteme (DCS) wurden für Stabilität, nicht für Agilität entwickelt. Während sie bei deterministischer Steuerung glänzen, tun sie sich oft schwer, neue Technologien wie KI-gestützte Analysen, Cloud-Konnektivität und Industrial IoT ohne umfangreiche Systemüberholungen zu integrieren.

ABBs Automationspräsident Peter Terwiesch weist zu Recht darauf hin, dass Kunden ihre Systeme schrittweise weiterentwickeln müssen. Viele Anlagen laufen noch mit Geräten, die vor Jahrzehnten in Betrieb genommen wurden, und eine „Alles-auf-einmal“-Strategie ist weder wirtschaftlich noch betrieblich sicher.

ABB Automation Extended: Eine strategische Weiterentwicklung

ABBs neu angekündigte Automation Extended versteht sich als evolutionärer Schritt statt als disruptive Ersetzung. Anstatt Kunden zu einem einzigen Upgrade-Zyklus zu zwingen, ermöglicht die Plattform, neue digitale Fähigkeiten schrittweise auf bestehende DCS-Infrastrukturen aufzusetzen.

Dieser Ansatz entspricht genau der tatsächlichen Arbeitsweise moderner Anlagen – schrittweise Optimierung, kontrolliertes Risiko und lange Lebenszyklen der Anlagen. ABBs Versprechen ist klar: modernisieren, während die Produktion weiterläuft.

Entkopplung von Steuerung und digitaler Intelligenz

Einer der interessantesten Aspekte von Automation Extended ist die architektonische Trennung zwischen der Kernsteuerung und der fortschrittlichen digitalen Funktionalität. Die Steuerungsebene bleibt softwaredefiniert und deterministisch, was Zuverlässigkeit für kritische Prozesse gewährleistet.

Gleichzeitig ermöglicht eine vernetzte digitale Ebene KI-basierte Anwendungen, Edge-Intelligenz und Echtzeitanalysen. Meiner Ansicht nach ist diese Entkopplung essenziell. Sie erlaubt Innovationen am digitalen Rand, ohne die Sicherheit und Stabilität des Steuerungsrückgrats zu gefährden.

Sicherheit und Lifecycle-Management als zentrale Gestaltungsprinzipien

ABB legt auch großen Wert auf Cybersicherheit und Lifecycle-Services. Da Automatisierungssysteme zunehmend externen Netzwerken ausgesetzt sind, kann Sicherheit nicht mehr als nachträglicher Gedanke behandelt werden.

Mit einem einheitlichen Serviceansatz, der System-Lifecycle-Management, Optimierung und Sicherheitsupdates umfasst, adressiert ABB eine reale Sorge der Anlagenbetreiber: die Einhaltung von Vorschriften und Resilienz über Jahrzehnte des Betriebs sicherzustellen.

Aus Sicht eines Ingenieurs: Warum das wichtig ist

Aus praktischer Ingenieursperspektive spiegelt Automation Extended eine Verschiebung hin zu adaptiver Automatisierung wider. Anlagen sind keine statischen Umgebungen mehr; sie entwickeln sich mit Marktnachfrage, Energiewandel und regulatorischem Druck weiter.

Die Strategie von ABB erkennt diese Realität an. Durch die Ermöglichung gestufter Upgrades, die Integration digitaler Intelligenz und die Bewahrung der Betriebskontinuität könnte Automation Extended die Reibungsverluste, die traditionell mit der industriellen digitalen Transformation verbunden sind, erheblich reduzieren.

ABB Automation Extended: Industrielle Modernisierung neu definieren ohne Unterbrechung