Die Verbindung von Unterricht und industrieller Realität
Der Besuch der Elektronik-Technologie-Schüler des Chariho Career and Technical Center bei ProSystems Integration in Westerly bot eine seltene Gelegenheit, die Theorie aus dem Klassenzimmer mit realen industriellen Automatisierungsumgebungen zu verknüpfen. Anstatt sich nur auf Wohnungsverkabelung und einfache gewerbliche Systeme zu konzentrieren, konnten die Schüler voll funktionsfähige Produktionslinien und fortschrittliche Steuerungssysteme kennenlernen, die in Branchen wie der Medizintechnik und der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt werden.
Aus meiner Sicht als Ingenieur für industrielle Automatisierung ist diese Art von Erfahrung nicht nur vorteilhaft – sie ist unerlässlich. Viele Schüler unterschätzen, wie breit das Feld der Elektrotechnik und Automatisierung tatsächlich ist, bis sie es im großen Maßstab sehen.
Einblick in eine funktionierende Automatisierungsanlage
Bei ProSystems Integration beobachteten die Schüler aktive Maschinen, darunter Extrusionsanlagen für medizinische Schläuche und automatisierte Produktionsanlagen, die in stark nachgefragten Konsumgüterbranchen eingesetzt werden. Die vor Ort tätigen Ingenieure erklärten Prinzipien des Systemdesigns, Maschinenfunktionen und tägliche betriebliche Herausforderungen.
Besonders auffällig war, dass moderne Industriesysteme längst nicht mehr nur aus Hardware bestehen. Die Intelligenz liegt in der Steuerungsarchitektur – SPS-Programmierung, Sensorintegration und Systemvernetzung –, die sich alle paar Jahre weiterentwickelt, während die mechanischen Strukturen relativ stabil bleiben.
Die verborgene Ebene moderner elektrotechnischer Berufe
Eine zentrale Botschaft während der Führung war die Fehlvorstellung, dass elektrotechnische Berufe auf traditionelle Elektrikerrollen beschränkt sind. Tatsächlich hat die industrielle Automatisierung einen parallelen Karriereweg geschaffen, der Systemdesign, Robotikintegration und Prozessoptimierung umfasst.
Die Perspektive von Jesse Brunelle, einem kürzlich Absolventen, der jetzt in diesem Bereich arbeitet, spiegelt eine wichtige Lücke in der Branche wider: Viele Schüler werden während ihrer Ausbildung nie mit Automatisierungsberufen vertraut gemacht. Diese fehlende Sichtbarkeit verzögert oft ihren Einstieg in gefragte technische Positionen.
Technologieentwicklung vs. mechanische Stabilität
Eine der treffendsten Beobachtungen während des Besuchs war der Kontrast zwischen schnell fortschreitenden Steuerungstechnologien und relativ stabilen mechanischen Systemen. In den letzten Jahrzehnten hat der Wandel von analogen Steuerungen zu digitalen SPS, HMIs und IoT-fähigen Überwachungssystemen die Industrieprozesse grundlegend verändert.
Die Kernmaschinen – Motoren, Förderbänder, Extrusionsanlagen – bleiben jedoch im Wesentlichen ähnlich. Die eigentliche Transformation liegt darin, wie diese Systeme gesteuert, überwacht und optimiert werden.
Aus ingenieurtechnischer Sicht liegt hier die größte Chance: die Verbindung von bestehenden Industriesystemen mit moderner digitaler Automatisierung.
Die nächste Generation von Automatisierungsingenieuren inspirieren
Lehrkräfte wie Ryan Northup spielen eine entscheidende Rolle dabei, theoretische Lehrinhalte mit praktischer Anwendung zu verbinden. Das Erleben von industriellen Motorsteuerungssystemen hilft den Schülern, Konzepte zu visualisieren, die sonst abstrakt bleiben würden.
Der Einblick in die Industrie wirkt auch motivierend. Schüler, die bisher nur traditionelle elektrotechnische Tätigkeiten in Betracht gezogen haben, werden nun mit wertvollen Rollen in der Automatisierungstechnik, Systemintegration und Industrierobotik vertraut gemacht.
Aus meiner Erfahrung entscheidet eine frühe praktische Erfahrung oft darüber, ob ein Schüler einen einfachen Handwerksweg einschlägt oder in fortgeschrittene Automatisierungs- und Steuerungstechnik vorstößt.
Branchenblick: Warum das jetzt wichtig ist
Der Automatisierungssektor steht vor einer wachsenden Fachkräftelücke. Unternehmen suchen aktiv junge Fachkräfte, die mit digitalen Werkzeugen, datenbasierten Systemen und integrierten Steuerungsplattformen vertraut sind. Solche Besuche sind nicht nur lehrreich – sie sind strategische Initiativen zur Entwicklung der Arbeitskräfte.
Wenn die Branche Wachstum im Bereich der intelligenten Fertigung erhalten will, ist die Überbrückung der Lücke zwischen Ausbildung und industrieller Automatisierungserfahrung keine Option mehr. Sie ist eine Notwendigkeit.
