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Industrielle Cybersicherheit wird zu einer zentralen Herausforderung für vernetzte Fertigungsabläufe

Industrial Cybersecurity Becomes a Core Challenge for Connected Manufacturing Operations

Der aktuelle globale Forschungsbericht von Rockwell Automation, Operative Resilienz im Zeitalter der Vernetzung, verdeutlicht einen grundlegenden Wandel bei den Prioritäten von Industrieunternehmen: Cybersicherheit wird nicht mehr nur als IT-Thema betrachtet, sondern als grundlegender Faktor, der die Produktionskontinuität, die Betriebssicherheit und das langfristige Unternehmenswachstum beeinflusst.

Basierend auf den Rückmeldungen von mehr als 1.500 Entscheidungsträgern aus Fertigung und Industrie in 17 Ländern zeigt die Studie, dass Unternehmen ihre Investitionen in Cybersicherheit erhöhen, da industrielle Netzwerke durch digitale Transformation, künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Technologien und die IT/OT-Integration stärker vernetzt werden.

Aus Sicht der industriellen Automatisierung spiegelt dieser Trend eine wesentliche Veränderung in der Verwaltung von Steuerungssystemen durch Unternehmen wider. Moderne Fabriken sind in hohem Maße auf SPS, DCS-Plattformen, industrielle Netzwerke und intelligente Feldgeräte angewiesen. Je mehr Betriebsmittel Daten mit Unternehmenssystemen austauschen, desto direkter ist der Schutz vor Cyberbedrohungen mit der Verfügbarkeit von Anlagen und der Prozessstabilität verbunden.

Das Cybersicherheitsrisiko entwickelt sich zu einem bedeutenden Wachstumshemmnis für die Industrie

Die Untersuchung zeigt, dass mehr als ein Drittel der Industrieunternehmen das Cybersicherheitsrisiko als eine der größten externen Herausforderungen für das künftige Wachstum betrachtet.

Traditionelle Industrieumgebungen waren häufig von externen Netzwerken isoliert, wobei Betriebstechniksysteme (OT-Systeme) in erster Linie auf Zuverlässigkeit und Prozesssteuerung ausgelegt waren. Moderne Fertigungsstrategien erfordern jedoch zunehmend Echtzeit-Datenzugriff, Fernüberwachung, vorausschauende Wartung und Analysen auf Unternehmensebene.

Diese Vernetzung verbessert die betriebliche Transparenz, führt aber auch zusätzliche Einfallstore für Cyberbedrohungen ein. Industrielle Anlagen, die zuvor unabhängig voneinander waren, etwa Steuerungen, HMIs, SCADA-Systeme und industrielle Kommunikationsnetze, werden nun zunehmend Teil größerer digitaler Ökosysteme.

Meiner Ansicht nach besteht die zentrale Herausforderung für Industrieunternehmen nicht einfach darin, Cyberangriffe zu verhindern. Das wichtigere Ziel ist, stabile Produktionsprozesse aufrechtzuerhalten, wenn unerwartete Ereignisse eintreten. Eine Cybersicherheitsstrategie sollte daher auf die betriebliche Kontinuität und nicht ausschließlich auf den Netzwerkschutz ausgerichtet sein.

Hohes Vertrauen bedeutet nicht immer hohe betriebliche Resilienz

Die Studie zeigt eine interessante Lücke zwischen dem Vertrauen in die Cybersicherheit und der tatsächlichen Betroffenheit durch Vorfälle.

Obwohl 90 % der befragten Unternehmen Vertrauen in ihre Fähigkeit äußerten, Cybervorfälle zu verhindern, einzudämmen oder sich davon zu erholen, berichteten 46 % von einem Cybervorfall im vergangenen Jahr.

Dieser Unterschied deutet darauf hin, dass viele Unternehmen Cybersicherheitsprogramme etabliert haben, aber weiterhin vor Herausforderungen stehen, diese Maßnahmen in komplexen industriellen Umgebungen wirksam anzuwenden.

Industrielle Cybersicherheit erfordert im Vergleich zur herkömmlichen IT-Sicherheit in Unternehmen einen anderen Ansatz. Ein Produktionsstillstand, der durch eine kompromittierte industrielle Steuerung, einen Kommunikationsausfall oder eine unbefugte Konfigurationsänderung verursacht wird, kann sich direkt auf die Produktionsleistung, die Anlagenverfügbarkeit und die Sicherheit des Personals auswirken.

Für Automatisierungsingenieure muss Cybersicherheit Teil des Systemdesigns werden, einschließlich Steuerungsarchitektur, Netzwerksegmentierung, Zugriffsmanagement, Firmware-Management und Wartung über den gesamten Lebenszyklus.

Investitionen in Cybersicherheit nehmen in Industrieunternehmen weiter zu

Dem Bericht zufolge haben 62 % der Unternehmen bereits in Cybersicherheitsplattformen investiert, und Cybersicherheit zählt zu den Technologieinvestitionen mit der höchsten von den Befragten ermittelten Rendite.

Industrieunternehmen stellen zunehmend Ressourcen für Lösungen wie die folgenden bereit:

  • Überwachung industrieller Netzwerke
  • Dienstleistungen zur Sicherheitsbewertung
  • Plattformen zur Bedrohungserkennung
  • Sichere Lösungen für den Fernzugriff
  • Identitäts- und Zugriffsmanagement
  • Tools für die OT-Asset-Transparenz

Investitionen allein schaffen jedoch nicht automatisch Resilienz. Die Wirksamkeit der Cybersicherheit hängt davon ab, wie gut Schutzmaßnahmen in den täglichen industriellen Betrieb integriert sind.

Ein ausgereiftes Programm für industrielle Cybersicherheit sollte Technologie, ingenieurtechnische Praktiken und betriebliche Verfahren kombinieren. Der Schutz eines SPS-Netzwerks erfordert beispielsweise nicht nur Sicherheitssoftware, sondern auch eine ordnungsgemäße Konfigurationskontrolle, Backup-Strategien, Patch-Management und geschultes Personal.

Die Einführung von KI eröffnet neue Möglichkeiten für die industrielle Cybersicherheit

Die Studie zeigt, dass 45 % der Unternehmen planen, innerhalb der nächsten 12 Monate Technologien für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen in Cybersicherheitsinitiativen einzusetzen.

KI kann die industrielle Cybersicherheit verbessern durch:

  • Erkennung anomalen Netzwerkverhaltens
  • Bedrohungserkennung
  • Analyse von Sicherheitsereignissen
  • Risiküberwachung
  • Effizienz der Incident Response

In industriellen Automatisierungsumgebungen können KI-basierte Cybersicherheitstools dabei helfen, ungewöhnliche Kommunikationsmuster zwischen Steuerungen, Servern und Feldgeräten zu erkennen, bevor sie die Produktion beeinträchtigen.

Allerdings sollte KI das ingenieurtechnische Urteilsvermögen nicht ersetzen. Industrielle Systeme weisen häufig einzigartige Betriebsbedingungen, lange Lebenszyklen der Anlagen und strenge Prozessanforderungen auf. Eine wirksame Implementierung erfordert die Verbindung von KI-Funktionen mit Kenntnissen über Automatisierungsarchitekturen und Fertigungsprozesse.

Die Konvergenz von IT und OT erweitert sowohl die Risiken als auch die Geschäftsmöglichkeiten

Die Integration von Informationstechnologie (IT) und Betriebstechnologie (OT) gehört zu den wichtigsten Entwicklungen in der modernen Fertigung.

Der Bericht identifiziert Integrationspunkte zwischen IT und OT als einen der anfälligsten Bereiche für Cybervorfälle. Gleichzeitig gehen 37 % der Unternehmen davon aus, dass die Absicherung der IT/OT-Architektur in den nächsten fünf Jahren positive Geschäftsergebnisse hervorbringen wird.

Der Grund ist klar: Vernetzte Industriesysteme ermöglichen es Unternehmen, die Produktionseffizienz zu steigern, Betriebsdaten zu analysieren und Entscheidungen zu optimieren.

Beispiele hierfür sind:

  • Verknüpfung von SPS-Daten mit Analyseplattformen für Unternehmen
  • Nutzung von Cloud-Diensten zur Anlagenüberwachung
  • Implementierung vorausschauender Wartungssysteme
  • Einsatz digitaler Zwillinge zur Prozessoptimierung

Die Herausforderung besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen Zugänglichkeit und Sicherheit zu wahren. Industrielle Netzwerke müssen eine ausreichende Datenverfügbarkeit gewährleisten und gleichzeitig unbefugten Zugriff auf kritische Steuerungssysteme verhindern.

Der Aufbau von Cyberresilienz erfordert einen Lebenszyklusansatz

Betriebliche Resilienz wird nicht durch ein einzelnes Cybersicherheitsprodukt oder -projekt erreicht. Sie erfordert ein kontinuierliches Management über den gesamten Lebenszyklus der industriellen Anlagen hinweg.

Ein vollständiger Ansatz sollte Folgendes umfassen:

  • Bewertung der Cybersicherheit während des Systemdesigns
  • Planung der Netzwerkarchitektur
  • Sichere Gerätekonfiguration
  • Regelmäßiges Schwachstellenmanagement
  • Sicherungs- und Wiederherstellungsverfahren
  • Cybersicherheitsschulungen für Mitarbeitende
  • Kontinuierliche Überwachung und Verbesserung

Bei veralteten Automatisierungssystemen wird dies noch wichtiger. Viele Industrieanlagen betreiben weiterhin SPS, DCS-Steuerungen und Kommunikationsmodule, die entwickelt wurden, bevor moderne Bedrohungen der Cybersicherheit existierten.

Die Aktualisierung von Schutzstrategien bei gleichzeitiger Wahrung der Kompatibilität mit der bestehenden Automatisierungsinfrastruktur bleibt eine zentrale technische Herausforderung.

Industrielle Cybersicherheit wird die Zukunft der Automatisierung prägen

Die Ergebnisse der Untersuchung von Rockwell Automation zeigen, dass Cybersicherheit zu einer zentralen Komponente der industriellen Transformation geworden ist. Je stärker Fabriken vernetzt und intelligent werden, desto unmittelbarer ist der Schutz von Automatisierungssystemen mit Produktionszuverlässigkeit, Sicherheit und Geschäftserfolg verbunden.

Die industrielle Umgebung der Zukunft erfordert eine engere Zusammenarbeit zwischen Automatisierungsingenieuren, IT-Sicherheitsspezialisten und Betriebsteams. Cybersicherheit kann nicht länger als separate Technologieschicht behandelt werden; sie muss von Anfang an Teil der Planung der Industriearchitektur sein.

Für Hersteller, die Technologien für intelligente Fabriken einsetzen, lautet die Frage nicht, ob die Vernetzung zunehmen wird, sondern wie sicher diese Vernetzung verwaltet werden kann.

Industrielle Cybersicherheit wird zu einer zentralen Herausforderung für vernetzte Fertigungsabläufe