Mouser Electronics führte im dritten Quartal 2026 mehr als 5.000 neue Artikelnummern ein. Sie umfassen Halbleiter, elektronische Komponenten, Geräte für die industrielle Automatisierung und Entwicklungshardware. Zu den neuesten Ergänzungen gehören Prozessoren für Edge Computing, drahtlose RF-Evaluierungsplattformen, magnetische Winkelsensoren und konfigurierbare Bedienerschnittstellen.
Für Ingenieure, die an Fabrikautomatisierung und Industrieanlagen arbeiten, liegt die Bedeutung nicht allein in der Zahl der hinzugefügten Produkte. Ein wachsendes Portfolio neuer Produkte bietet Entwicklungsteams mehr Auswahl bei der Auswahl von Prozessoren, Sensortechnologien, Kommunikationshardware und Bedienerschnittstellen für neue Maschinen und Systemmodernisierungen.
Mehr als 5.000 neue Produkte hinzugefügt
Von Juli bis September 2026 führte Mouser mehr als 5.000 lieferbare Artikelnummern ein. Der Distributor arbeitet mit mehr als 1.200 Herstellern von Halbleitern, elektronischen Komponenten und Produkten für die industrielle Automatisierung zusammen.
Aus technischer Sicht sind schnelle Produkteinführungen besonders in der Entwicklungsphase von Automatisierungsanlagen relevant. Neue Prozessoren können die Rechenarchitektur eines Edge-Controllers verändern, neue Sensorschnittstellen können Rückkopplungssysteme vereinfachen, und kompakte Bediengeräte können den Platzbedarf im Schaltschrank verringern.
Die Verfügbarkeit neuer Produkte sollte jedoch nicht automatisch über die Komponentenauswahl entscheiden. Ingenieure müssen weiterhin elektrische Kenndaten, Umgebungsbedingungen, Kommunikationskompatibilität, Softwareunterstützung, Produktlebenszyklus und langfristige Beschaffungsanforderungen bewerten.
Renesas RZ/G3SE für industrielles Edge Computing
Die Renesas-Electronics-Familie RZ/G3SE basiert auf 64-Bit-Allzweckmikroprozessoren für IoT-Edge-Anwendungen. Die Prozessoren bieten bis zu vier Arm-Cortex-A55-Kerne mit einer Taktfrequenz von bis zu 1,2 GHz sowie einen Cortex-M33-Coprozessor mit 200 MHz.
Die Bausteine verfügen außerdem über eine Energieverwaltungsarchitektur, die den Verbrauch im tiefen Standby-Modus auf 1 mW senken soll.
Für die industrielle Automatisierung ist diese Architektur interessant, da Edge-Geräte zunehmend lokale Verarbeitung leisten und gleichzeitig dauerhaft verbunden bleiben müssen. Die Kombination aus Verarbeitung auf Anwendungsklassenniveau und einem Coprozessor auf Mikrocontroller-Niveau kann unterschiedliche Steuerungs- und Überwachungsaufgaben unterstützen, ohne dass jede Funktion auf dem leistungsstärksten Prozessor ausgeführt werden muss.
Die praktische technische Frage betrifft daher nicht nur die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Energieverhalten, Startarchitektur, verfügbare Peripherie, Echtzeitanforderungen, Betriebssystemunterstützung und Spezifikationen für industrielle Umgebungsbedingungen können bei der Integration eines MPU in eine Automatisierungsplattform ebenso wichtig sein.
Semtech-LR2021-Evaluierungskits erweitern die Möglichkeiten für drahtlose Tests
Die Evaluierungskits LR2021EVK2XxS1 von Semtech sind für das Prototyping drahtloser RF-Anwendungen mit dem LR2021-LoRa-Plus-RF-Transceiver ausgelegt.
Die Kits decken verschiedene Frequenzkonfigurationen ab, darunter 868 MHz, 915 MHz, 2,4 GHz sowie Satellitenkommunikation im S-Band und L-Band. Zu den regionalen Varianten gehören Konfigurationen für Nordamerika mit 915 MHz, Europa mit 868 MHz und Asien mit 490 MHz.
Jedes Kit enthält zwei LoRa-Plus-RF-Platinen, zwei XIAO-Module auf Basis des nRF54L-System-on-Chip von Nordic Semiconductor sowie Antennen und Kabel.
Für Automatisierungsingenieure ist Evaluierungshardware auch über erste Machbarkeitsnachweise hinaus nützlich. RF-Verhalten, Antennenkonfiguration, regionale Frequenzanforderungen, Kommunikationsreichweite und Störbedingungen lassen sich bewerten, bevor man sich auf eine Hardwarearchitektur für die Produktion festlegt.
Das ist besonders relevant, wenn drahtlose Konnektivität für verteilte Sensoren, Fernüberwachung, mobile Geräte oder Installationen erwogen wird, bei denen zusätzliche Verkabelung unerwünscht ist.
Infineon XENSIV TLx49012 unterstützt die Positionsrückmeldung von Motoren
Die magnetische Winkelsensorfamilie XENSIV TLx49012 von Infineon Technologies ist für Anwendungen in der Automobilindustrie und der industriellen Motorsteuerung ausgelegt.
Die Sensoren nutzen Vertical-Hall-Technologie und bieten mehrere Schnittstellenoptionen, darunter SPI, ABZ, PWM und UVW. Die Automobilvariante trägt die Bezeichnung TLE49012, die Industrieversion die Bezeichnung TLI49012.
Mehrere Schnittstellenoptionen können die Sensorauswahl vereinfachen, da sich die Rückmeldemethode an den jeweiligen Controller oder die Antriebsarchitektur anpassen lässt.
Bei Motorsteuerungsanwendungen ist die Schnittstelle selbst nur ein Teil der technischen Entscheidung. Bei der Auswahl eines Winkelsensors sollten auch Auflösung, Magnetanordnung, mechanische Toleranzen, Aktualisierungsrate, Temperaturverhalten, Störfestigkeit und die erforderliche Regelkreisreaktion berücksichtigt werden.
Banner S100 bietet eine kompakte Bedienerschnittstelle
Die Multitouch-Displays S100 von Banner Engineering nehmen in der Automatisierungsarchitektur eine andere Rolle ein. Anders als eine herkömmliche HMI in voller Größe ist die S100-Familie für routinemäßige Bedieninteraktionen direkt am Einsatzort vorgesehen.
Die Geräte kombinieren bis zu fünf Touch-Zonen mit haptischem Feedback, akustischen Warnmeldungen, einer alphanumerischen Anzeige und einem Ring aus 16 RGB-LEDs in einem flachen Gehäuse.
Dieser Ansatz kann bei Maschinen sinnvoll sein, bei denen Bediener nur wenige klar definierte Befehle statt einer vollständigen grafischen Schnittstelle benötigen. Eine kompakte Schnittstelle kann außerdem den Platzbedarf im Schaltschrank verringern und die Installation einer größeren HMI vermeiden, wenn die Anwendung sie nicht erfordert.
Aus Sicht der Steuerungstechnik kommt es darauf an, die Bedienerschnittstelle auf die jeweilige Aufgabe abzustimmen. Ein einfacher lokaler Bedienpunkt kann die bessere Wahl sein, wenn die Maschine nur Start, Stopp, Quittierung, Modusauswahl oder Statusanzeige erfordert. Komplexere Diagnose- und Konfigurationsfunktionen können auf einer übergeordneten HMI oder einem Entwicklungsarbeitsplatz verbleiben.
Was diese neuen Produkte für die Automatisierung bedeuten
Die Ergänzungen im dritten Quartal veranschaulichen einen umfassenderen Trend in der industriellen Automatisierung: Rechenleistung, Sensorik, Kommunikation und Bedienerschnittstellen werden zunehmend dezentral angeordnet.
Ein Edge-Prozessor kann lokale Datenverarbeitung übernehmen. Eine drahtlose RF-Plattform kann Geräte außerhalb herkömmlicher kabelgebundener Netzwerke verbinden. Ein magnetischer Winkelsensor kann Motorfeedback liefern, während eine kompakte Bedienerschnittstelle die Maschinensteuerung direkt am Einsatzort ermöglicht.
Diese Technologien sollten nicht als isolierte Komponenten betrachtet werden. Ihr Nutzen hängt davon ab, wie gut sie sich in die gesamte Steuerungsarchitektur einfügen.
Für Systementwickler bedeutet das, die gesamte Signalkette zu bewerten: Sensor oder Eingabegerät, Controller, Kommunikationsnetzwerk, Anwendungssoftware, Bedienerschnittstelle, Stromversorgung und Wartungsstrategie. Die Kompatibilität auf jeder Ebene kann das Gesamtsystem stärker beeinflussen als die Spezifikation einer einzelnen Komponente.
Verfügbarkeit und Komponentenauswahl
Mouser gibt an, dass seine Kunden zertifizierte Originalprodukte mit Rückverfolgbarkeit bis zu den Herstellerpartnern erhalten. Das Portfolio umfasst mehr als 6,8 Millionen Produkte von über 1.200 Herstellermarken.
Bei der Entwicklung neuer Maschinen kann die sofortige Verfügbarkeit Ingenieuren dabei helfen, Evaluierungshardware zu beschaffen und Prototypzyklen zu verkürzen. Bei Produktionsanlagen sollten Beschaffungsentscheidungen jedoch auch Informationen zum Produktlebenszyklus, freigegebene Alternativen, Mindestbestellmengen, Lieferzeiten und erwartete Produktionsmengen berücksichtigen.
Eine heute leicht erhältliche Komponente ist nicht unbedingt die beste Wahl für eine Anlage, die voraussichtlich zehn oder fünfzehn Jahre lang in Betrieb bleibt. Industrielle Automatisierungsprojekte haben oft eine deutlich längere Nutzungsdauer als Unterhaltungselektronik. Deshalb ist die Planung des Produktlebenszyklus ein wichtiger Bestandteil des ursprünglichen Designs.
Technische Ressourcen für Ingenieure
Mouser bietet außerdem technische Ressourcen wie Produktdatenblätter, Anwendungshinweise, Referenzdesigns, technische Werkzeuge, technische Designinformationen und herstellerspezifische Ressourcen.
Für Ingenieure, die unbekannte Komponenten bewerten, können diese Materialien ebenso wichtig sein wie der Produkteintrag selbst. Datenblätter legen elektrische Grenzwerte fest, während Referenzdesigns und Evaluierungsplatinen praktische Anforderungen an die Implementierung aufzeigen können, die aus einer kurzen Produktbeschreibung nicht unmittelbar hervorgehen.
Am sinnvollsten ist es, die Informationen des Distributors als Ausgangspunkt zu nutzen und das endgültige Design anschließend anhand der technischen Dokumentation des Herstellers und der geltenden Systemanforderungen zu überprüfen.
Fazit
Die Aufnahme von mehr als 5.000 neuen Artikelnummern im dritten Quartal 2026 spiegelt die stetig wachsende Hardwareauswahl für Ingenieure in der Automatisierungs- und Elektronikbranche wider. Die vorgestellten Produkte decken vier verschiedene Ebenen eines modernen Systems ab: Edge-Verarbeitung, drahtlose Konnektivität, Motorerfassung und lokale Bedienung.
Die wichtigste technische Chance liegt nicht einfach in einer größeren Auswahl an Komponenten. Sie besteht darin, neuere Technologien gezielt dort einzusetzen, wo sie einen messbaren technischen Vorteil bieten, und zugleich Kompatibilität, Wartbarkeit und Lebenszyklusplanung im gesamten Automatisierungssystem sicherzustellen.
