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Schneider Electric und HPE treiben die Hybrid-Cloud-Transformation in der Industrieautomation voran

Schneider Electric and HPE Drive Hybrid Cloud Transformation in Industrial Automation

Industrieautomation bewegt sich in Richtung Hybrid-Cloud- und As-a-Service-Modelle

Die Zusammenarbeit zwischen Schneider Electric und Hewlett Packard Enterprise spiegelt einen breiteren strukturellen Wandel in der Industrieautomation wider: die schrittweise Angleichung der Betriebstechnologie (OT) an IT-ähnliche Bereitstellungsmodelle. Anstatt sich ausschließlich auf festkapitalgebundene Automatisierungssysteme zu verlassen, erkundet die Branche nun softwaredefinierte und abonnementbasierte Ansätze, die Flexibilität, Lebenszyklusmanagement und kontinuierliche Updates betonen.

Im Zentrum dieses Wandels steht die Idee, dass Steuerungssysteme keine statischen Vermögenswerte mehr sein müssen. Sie können sich als verwaltete Dienste entwickeln, die über hybride Umgebungen laufen und lokale Zuverlässigkeit mit Cloud-gestützter Orchestrierung kombinieren.

Eine dreischichtige Architektur für moderne Steuerungssysteme

Das vorgeschlagene Modell „Industrial Automation Modernisation as a Service“ ist um drei Hauptschichten strukturiert.

Die Basisschicht basiert auf HPE-Infrastruktur, einschließlich Rechenleistung, Speicher und Resilienztechnologien wie HPE SimpliVity, die für den Betrieb von geschäftskritischen Workloads im industriellen Maßstab ausgelegt sind.

Darüber liegt eine softwaredefinierte Automatisierungsschicht, angetrieben von EcoStruxure Automation Expert von Schneider Electric, die die Bereitstellung und Orchestrierung von Steuerungslogik über heterogene Umgebungen ermöglicht.

Die oberste Schicht konzentriert sich auf Lebenszyklusdienste – Migrationsunterstützung, Cybersicherheit, verwaltete Betriebsführung und kontinuierliche Optimierung – und verwandelt Automatisierung effektiv in einen operativen Service statt in eine einmalige Implementierung.

Hybrid-Cloud als Brücke zwischen Edge und Unternehmen

Einer der bedeutendsten architektonischen Wandel in diesem Modell ist die Normalisierung der Hybrid-Cloud in industriellen Steuerungsumgebungen. Traditionell waren SPS- und DCS-Plattformen eng an physische Anlagen gebunden. Jetzt können Workloads über Edge-Geräte, private Cloud-Infrastrukturen und zentrale Managementsysteme verteilt werden.

Dieser Ansatz reduziert die Fragmentierung operativer Daten und ermöglicht konsistentere Steuerungsstrategien über mehrere Standorte hinweg. Gleichzeitig führt er ein neues Betriebsparadigma ein, bei dem latenzempfindliche Steuerungen am Edge verbleiben, während Analysen, Simulationen und Optimierungen näher an Cloud-Umgebungen verlagert werden.

In der Praxis entsteht so ein einheitlicheres industrielles Datenmodell – gleichzeitig steigt aber die Bedeutung von Netzwerkresilienz und deterministischen Leistungszusagen.

Offene Standards und der Kampf gegen Vendor Lock-In

Eine zentrale strategische Botschaft dieser Initiative ist Interoperabilität. Beide Unternehmen sind aktive Mitwirkende bei UniversalAutomation.org und Unterstützer des IEC-61499-Standards IEC 61499, der modulare, portable und ereignisgesteuerte Automatisierungssoftware fördert.

Das Ziel ist es, die Automatisierungslogik von proprietärer Hardware zu entkoppeln, sodass Anwendungen freier zwischen Systemen und Anbietern wechseln können.

In der Praxis hängt echte Offenheit jedoch oft davon ab, wie breit Standards von Integratoren angenommen und wie konsequent sie von Anbietern umgesetzt werden. Standardisierung verringert das Risiko von Lock-In, eliminiert aber nicht die Anziehungskraft des Ökosystems.

Von CapEx zu OpEx: Neudefinition von Investitionsmodellen in der Industrie

Einer der disruptivsten Aspekte dieses Wandels ist finanzieller und nicht technischer Natur. Die Verlagerung der Automatisierungsinfrastruktur von Investitionsausgaben (CapEx) zu Betriebsausgaben (OpEx) verändert das Beschaffungsverhalten in industriellen Umgebungen grundlegend.

Anstatt großer Vorabinvestitionen, die das Risiko technologischer Veralterung bergen, konsumieren Organisationen Automatisierung als sich entwickelnden Service. Dies ermöglicht schnellere Modernisierungszyklen, führt aber auch zu langfristiger Abhängigkeit von Dienstleistern und vertraglichen Rahmenbedingungen.

Behauptungen zur Energieeffizienz – wie Reduzierungen von bis zu 40 % bei intensiven Betriebsabläufen – unterstreichen einen weiteren Treiber: Nachhaltigkeitsoptimierung, die direkt in die Steuerungsinfrastruktur eingebettet ist.

Brancheneinblick: Die eigentliche Herausforderung ist kulturell, nicht technisch

Aus ingenieurtechnischer Sicht ist der Technologiestack zunehmend machbar. Hybrid-Cloud-Infrastruktur, containerisierte Steuerungslogik und softwaredefinierte Automatisierung sind in angrenzenden IT-Bereichen bereits bewährt.

Die eigentliche Reibung liegt in der Betriebskultur. Viele Anlagen setzen noch auf deterministisches, hardwarezentriertes Denken, bei dem Stabilität Flexibilität überwiegt. Die Einführung kontinuierlicher Updates und cloudverwalteter Steuerungsebenen erfordert eine Veränderung der Risikotoleranz, Validierungsprozesse und Qualifikationen der Belegschaft.

In der Praxis wird der Erfolg von Plattformen wie EcoStruxure Automation Expert weniger von der Architektur abhängen als davon, wie effektiv Organisationen Ingenieure umschulen und die Sicherheitsgovernance für softwaregesteuerte Steuerungssysteme neu definieren.

Fazit

Die Partnerschaft zwischen Schneider Electric und Hewlett Packard Enterprise signalisiert eine klare Richtung für die Industrieautomation: Konvergenz mit Hybrid-Cloud-Prinzipien, modulare softwaredefinierte Steuerung und servicebasierte Bereitstellungsmodelle. Während die technische Grundlage stark ist, wird der Übergang schrittweise erfolgen, geprägt von der Reife der Interoperabilität, dem operativen Vertrauen und der Branchenbereitschaft für kontinuierlichen Wandel.

Schneider Electric und HPE treiben die Hybrid-Cloud-Transformation in der Industrieautomation voran