UniversalAutomation.Org stärkt globales Netzwerk für offene Automatisierung
UniversalAutomation.Org (UAO), eine gemeinnützige Organisation, die sich der Weiterentwicklung offener und softwaredefinierter industrieller Automatisierung widmet, hat sein Ökosystem durch die Aufnahme von Hewlett Packard Enterprise (HPE) und der Clemson University erweitert.
Mit diesen beiden neuen Mitgliedern vertritt UAO nun mehr als 110 Organisationen aus Industrie und Wissenschaft. Dieser Meilenstein spiegelt die weltweit wachsende Nachfrage nach Automatisierungsarchitekturen wider, die flexibel und hardwareunabhängig sind sowie die industrielle Digitalisierung der nächsten Generation unterstützen können.
Die Beteiligung von HPE und der Clemson University ist besonders bedeutsam, da sie die industrielle Automatisierung mit zwei wichtigen Bereichen verbindet: fortschrittlicher IT-Infrastruktur und akademischer Forschung. Diese Kombination könnte den Übergang von traditionellen Automatisierungsplattformen zu offenen, softwarezentrierten industriellen Umgebungen beschleunigen.
HPE bringt Fachwissen zu IT-Infrastruktur und digitaler Transformation ein
Durch die Mitgliedschaft von HPE baut UAO seine Präsenz in Bereichen wie Cloud Computing, künstlicher Intelligenz, Netzwerkinfrastruktur und digitaler Transformation auf Unternehmensebene aus.
Moderne Fabriken sind keine isolierten Automatisierungsumgebungen mehr. Industrielle Abläufe sind zunehmend auf eine nahtlose Kommunikation zwischen Systemen der Betriebstechnologie (OT) und Plattformen der Informationstechnologie (IT) angewiesen. Die Beteiligung von HPE unterstützt die Vision von UAO, stärkere Verbindungen zwischen industriellen Steuerungssystemen, Edge-Computing-Plattformen und digitalen Diensten zu schaffen.
Aus technischer Sicht steht diese Zusammenarbeit für einen wichtigen Branchentrend. Automatisierungssysteme der Zukunft benötigen nicht nur zuverlässige Steuerungen und Feldgeräte, sondern auch skalierbare Softwarearchitekturen, die Daten, Analysen, Cybersicherheit und das Lebenszyklusmanagement verwalten können.
Clemson University tritt als erstes US-amerikanisches akademisches Mitglied bei
Die Clemson University ist die erste akademische Einrichtung in den Vereinigten Staaten, die UniversalAutomation.Org beitritt.
Die Universität plant, die Partnerschaft zu nutzen, um Forschung, Bildung und Zusammenarbeit im Bereich intelligenter Fertigungstechnologien zu fördern. Durch diese Kooperation erhalten Studierende und Forschende Zugang zu herstellerneutralen Automatisierungskonzepten auf Grundlage der Norm IEC 61499.
Die Beteiligung akademischer Einrichtungen ist für die Entwicklung offener Automatisierung von entscheidender Bedeutung. Im Gegensatz zur traditionellen Automatisierungsausbildung, die häufig an bestimmte Herstellerökosysteme gebunden ist, fördern Ansätze auf Basis der IEC 61499 das Verständnis von Automatisierungsprinzipien, Softwareportabilität und verteilten Steuerungsarchitekturen.
Dieser Ansatz kann dazu beitragen, die nächste Generation von Ingenieurinnen und Ingenieuren auf eine Fertigungsumgebung vorzubereiten, in der Interoperabilität und Softwarekenntnisse ebenso wichtig werden wie traditionelle Kenntnisse der Regelungs- und Steuerungstechnik.
Offene Automatisierung und IEC 61499 treiben eine neue industrielle Architektur voran
Im Mittelpunkt der Strategie von UAO steht die Entwicklung einer offenen Automatisierungsschicht für Komponenten der Betriebstechnologie, die über ein als „Guarded Source“ bezeichnetes Konzept verwaltet wird.
Im Gegensatz zu traditionellen Automatisierungsmodellen, bei denen Hardware und Software eng miteinander verbunden sind, fördert UAO eine Trennung zwischen Automatisierungsanwendungen und den zugrunde liegenden Hardwareplattformen. Diese Architektur ermöglicht die Wiederverwendung von Anwendungen auf Systemen verschiedener Hersteller und unterstützt gleichzeitig unabhängige Aktualisierungen von Software- und Hardwarekomponenten.
Auf Grundlage der IEC 61499 zielt dieses Modell darauf ab, die Portabilität zu verbessern, die Migration von Systemen zu vereinfachen und die Abhängigkeit von einzelnen Automatisierungsanbietern zu verringern.
Für industrielle Anwender ist der potenzielle Nutzen erheblich: Fabriken könnten Automatisierungsfunktionen aktualisieren, ohne ihre gesamte Steuerungsinfrastruktur ersetzen zu müssen. Dadurch ließen sich der Engineering-Aufwand reduzieren und die langfristige Flexibilität der Anlagen verbessern.
Die wachsende Bedeutung softwaredefinierter Automatisierung
Die Erweiterung der UAO-Mitgliedschaft verdeutlicht einen umfassenderen Wandel im Industriesektor. Die Automatisierung entwickelt sich von proprietären, hardwaregetriebenen Systemen hin zu softwaredefinierten Plattformen, die modernen IT-Architekturen ähneln.
Industrieunternehmen benötigen zunehmend Automatisierungslösungen, die Folgendes unterstützen:
- Interoperabilität zwischen mehreren Herstellern
- Integration von Cloud und Edge
- Anwendungen künstlicher Intelligenz
- Flexible Produktionsmodelle
- Langfristige Skalierbarkeit von Systemen
Softwaredefinierte Automatisierung könnte zu einer wichtigen Grundlage für die intelligenten Fabriken der Zukunft werden, insbesondere angesichts der Herausforderungen durch den Bedarf an flexibler Produktion, den Fachkräftemangel und den raschen technologischen Wandel.
Technische Perspektive: Offene Automatisierung wird die industrielle Steuerung neu gestalten
Die Aufnahme von HPE und der Clemson University ist mehr als eine einfache Erweiterung der Mitgliedschaft; sie steht für das Zusammenwachsen von Industrietechnologie, Forschungskompetenz und digitaler Infrastruktur.
Aus Sicht der Automatisierungstechnik tritt die Branche in eine Übergangsphase ein, in der der Wert eines Steuerungssystems nicht mehr allein von der Hardwareleistung abhängen wird. Stattdessen werden Softwareflexibilität, Interoperabilität, Cybersicherheit und Anpassungsfähigkeit über den gesamten Lebenszyklus zu entscheidenden Faktoren.
Das wachsende Ökosystem von UniversalAutomation.Org zeigt, dass offene Automatisierung an Dynamik gewinnt. Traditionelle Automatisierungsplattformen werden zwar weiterhin eine wichtige Rolle spielen, doch industrielle Systeme der Zukunft werden voraussichtlich bewährte Steuerungstechnologien mit offenen Softwarearchitekturen verbinden und dadurch anpassungsfähigere und nachhaltigere Fertigungsumgebungen schaffen.
